Produktionen, Menschen und Momente. Komm mit hinter die Kulissen von RLM Productions.
Sage ich, ich nutze KI, gelte ich als modern. Wende ich sie sichtbar an, kippt die Reaktion plötzlich: Dann ist schnell von faul, billig oder unecht die Rede. Diese Spannung finde ich interessant. Denn KI ist weder automatisch gut noch schlecht. Entscheidend ist, wofür wir sie einsetzen.
Bei einem Interview mit einem Gourmetkoch blieb mir ein Gedanke besonders hängen. Sinngemäss sagte er: Auch wenn zwei Fleischstücke am Ende perfekt gebraten auf dem Teller liegen, spürt der Gast einen Unterschied. Ob jemand das Fleisch bewusst in die Pfanne gelegt oder einfach hineingeworfen hat. "Da bin ich mir ganz sicher" "Der Gast spürt das"
Auf den ersten Blick ist das Ergebnis vielleicht nahezu identisch. Und trotzdem fühlt es sich anders an. Für mich steckt darin eine schöne Beschreibung dessen, was gerade mit Bildern passiert.
Bei einem KI-generierten Werbemotiv für RLM wirkt alles stimmig: der Ort, die Person vor dem Aufsteller, das Branding und der Slogan «Grosse Momente. Für Ihr Unternehmen.» Technisch ist das beeindruckend.
Nur gibt es ein Problem: Ich war nie dort. Niemand hat dieses Plakat aufgestellt. Ich stand nicht davor. Es ist eine visuell überzeugende Erinnerung an einen Moment, den es nie gegeben hat.
Ich möchte KI deshalb nicht verteufeln. Für Ideen, Visualisierungen, Moodboards, Konzepte oder kreative Experimente nutze ich sie selbst. Sie hilft, Gedanken sichtbar zu machen, bevor sie umgesetzt werden.
Problematisch wird es für mich dort, wo generierte Bilder Realität vortäuschen und Vertrauen Teil der Botschaft ist. Mit seinen Bildern sagt ein Unternehmen auch: Das sind wir. Das sind unsere Mitarbeiter. Hier entstehen unsere Produkte. Wenn die gezeigten Menschen und Räume nicht existieren, verändert sich diese Aussage.
Wenn ich für ein Unternehmen fotografiere, geht es nicht nur darum, ob ein Bild technisch schön ist. Mich interessieren die Menschen und die Situationen dazwischen: ein Mitarbeiter, der plötzlich lachen muss, eine Produktionshalle, die eben nicht perfekt aussieht, oder ein Geschäftsführer, der anders wirkt, sobald er mit seinem Team spricht.
Solche Details lassen sich nicht vollständig planen. Genau darin liegt für mich ihr Wert. Bei der Unternehmensfotografie möchte ich sichtbar machen, was einen Betrieb ausmacht. Ein Kunde muss nicht jedes Detail benennen können, um einen glaubwürdigen Eindruck zu bekommen.
Wie ein Unternehmen nach aussen kommuniziert, ist für mich auch eine Form von Wertschätzung: gegenüber Kunden, Mitarbeitern und der eigenen Arbeit.
Natürlich könnte ich für einen Industriebetrieb fantastische KI-Bilder seiner «Mitarbeiter» generieren. Perfektes Licht, eine makellose Werkhalle, alle sehen genau richtig aus. Nur wären es nicht seine Mitarbeiter, nicht seine Halle und nicht seine Geschichte.
Deshalb glaube ich, dass echte Fotografie durch KI nicht wertloser wird. Sie wird wertvoller. Je einfacher sich makellose Bilder erzeugen lassen, desto wichtiger wird die Frage: Ist das wirklich passiert?
Ich glaube nicht an «KI oder Fotografie». Ich möchte beides bewusst einsetzen: KI, wenn sie Ideen und Abläufe voranbringt; echte Fotografie, wenn Menschen, Kultur und gelebte Realität Teil der Kommunikation sind.
Denn am Ende kann KI vielleicht ein perfektes Schnitzel erzeugen. Aber wenn du deinen Kunden zeigen willst, wie gut du kochst, solltest du irgendwann trotzdem eines in die Pfanne legen.
Und bitte nicht hineinwerfen.
HINTER DER KAMERA

Robin Kirchhofer
Ich bin Robin, Gründer von RLM Productions. Hier erzähle ich von meinen Foto- und Filmproduktionen – und davon, was hinter den fertigen Bildern steckt.
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