Hinter den Bildern.

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WEF Davos: Eventfotografie, wenn die Bedingungen alles andere als perfekt sind

High-End sieht von aussen meistens einfacher aus, als es ist

 

Die Veranstaltungen während des World Economic Forum in Davos gehören zu den anspruchsvollsten Einsätzen, die ich bisher fotografisch begleitet habe.

Ich wurde dafür unter anderem über PublicisLive eingesetzt und durfte während des WEF verschiedene internationale Veranstaltungen begleiten.

Von aussen wirkte während dieser Tage alles perfekt organisiert. Internationale Führungskräfte, Politiker, CEOs, Medien und Marken aus der ganzen Welt trafen sich auf engstem Raum. Hinter der Kamera sah die Realität allerdings etwas anders aus.

 

Der Tag beginnt vor Sonnenaufgang

 

Bei meinen Einsätzen begann der Tag teilweise bereits gegen 4:30 oder 5 Uhr. Um ungefähr sechs Uhr musste ich dann am ersten Veranstaltungsort sein.

Die Unterkunft lag häufig ausserhalb. Hotels direkt im Zentrum waren während dieser Tage teuer oder bereits ausgebucht. Und ein Taxi war so früh nicht immer verfügbar.

Das bedeutete für mich im Januar: Anzug anziehen, Kameraequipment und Laptop einpacken und durch den Schnee zum ersten Termin laufen.

Daraus entstand eine ganz praktische Erkenntnis: Gute Business-Schuhe müssen in Davos nicht nur gut aussehen. Sie müssen auch durch Schnee funktionieren.

 

Von einem Event zum nächsten

 

Während meiner Einsätze wechselten die Locations ständig. Am Morgen ein Business-Meeting, danach eine Veranstaltung in einem Hotel, später ein Networking-Event oder eine Abendveranstaltung.

Gleichzeitig musste ich das Material laufend sichern, sortieren und bearbeiten. Einen festen Arbeitsplatz hatte ich dabei häufig nicht. Wenn irgendwo ein freier Tisch, eine Steckdose und eine halbe Stunde Zeit auftauchten, wurde daraus kurzfristig mein Büro.

Während dieser Tage waren viele Restaurants und Hotels komplett reserviert oder exklusiv gebucht. Schon eine kurze Pause oder ein ruhiger Platz zum Arbeiten konnte zur Herausforderung werden.

 

Mit Sicherheitskontrollen planen

 

Zu meinen Einsätzen gehörten auch umfangreiche Sicherheitskontrollen. Mein Equipment wurde kontrolliert oder durchleuchtet, teilweise ähnlich wie an einem Flughafen.

Deshalb musste bereits beim Packen klar sein, was ich wirklich brauchte. Zu viel Equipment wurde zur Belastung. Gleichzeitig durfte nichts fehlen, was für den jeweiligen Auftrag nötig war.

 

Um Mitternacht ist der Arbeitstag noch nicht vorbei

 

Nach spät endenden Veranstaltungen begann nach der Rückkehr oft erst die Bildbearbeitung: Material auswählen, Bilder korrigieren, exportieren und Daten sichern. An einzelnen Tagen arbeitete ich bis zwei oder drei Uhr morgens.

Diese langen Produktionstage machten deutlich, wie wichtig neben Belastbarkeit eine klare Organisation und technische Erfahrung sind.

 

Die Technik muss funktionieren, wenn die Situation schwierig wird

 

Eventräume sind nicht automatisch fotografisch perfekt. In Davos hatte ich beispielsweise eine Location mit schwarzen Stoffwänden und sehr dominanter roter Beleuchtung. Trotzdem waren natürliche, hochwertige Bilder gefragt.

Ich arbeitete dort mit gezieltem Blitzeinsatz und stimmte ihn auf das vorhandene Licht ab. Der Raum sollte weiterhin authentisch wirken, ohne dass die Bilder nach harter Blitzfotografie aussehen.

Für mich zeigt sich gerade in solchen Situationen, wie wichtig technische Erfahrung ist: Entscheidend wird es, wenn die Bedingungen schwierig sind.

 

Keine zweite Chance

 

Bei Veranstaltungen während des WEF kann ich mir die Situation nicht aussuchen. Ich kann weder verlangen, dass ein Raum anders beleuchtet wird, noch erwarten, dass ein CEO nochmals hereinkommt, weil die erste Aufnahme nicht funktioniert hat.

Wenn ich nur eine Stunde oder weniger Zeit habe, muss das Material in diesem Zeitfenster entstehen. Vorbereitung und ein sicherer Umgang mit der Technik helfen mir dabei, mich auf die Menschen und die Situation zu konzentrieren.

 

Was ein Kunde davon hat

 

Mein Ziel ist, dem Auftraggeber den fotografischen Teil abzunehmen. Schwieriges Licht, ein enger Zeitplan oder kurzfristige Änderungen gehören zu den Bedingungen, mit denen ich umgehen muss. Die Bilder sollen später natürlich, hochwertig und professionell wirken.

High-End Eventfotografie bedeutet für mich, auch dann verlässlich zu arbeiten, wenn die Bedingungen alles andere als perfekt sind.


HINTER DER KAMERA

Robin Kirchhofer, Gründer von RLM Productions, mit seiner Kamera

Robin Kirchhofer

Ich bin Robin, Gründer von RLM Productions. Hier erzähle ich von meinen Foto- und Filmproduktionen – und davon, was hinter den fertigen Bildern steckt.

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